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CHRONIK


Anfangs waren es die Neugier auf das Land der abertausend Berge, Götter und
Legenden und die Lust, im Himalaja zu wandern, die uns nach Nepal lockten. Die
Faszination der Landschaft und der freundlichen, warmherzigen Menschen lässt uns
seither nicht mehr los, sodass wir innerhalb der letzten Jahre mehrere Male nach
Nepal reisten. Wir, das sind Silvia Spiecker (Mitglied von Direkthilfe Nepel e.V.,
mein Ehemann Thomas Ochs und ich, Ursula Ochs (jetzt 1. Vorsitzende des Vereins).
Auf den Trekkingtouren und durch den Kontakt zu den Einheimischen waren
die sozialen Missstände und die Armut schnell unübersehbar. Kinderarbeit ist in
Nepal auch heutzutage leider keine Ausnahme. Oft müssen Kinder  den ganzen
Tag für den Straßenbau Steine klopfen. Kinder haben sehr harte, für unsere
Verhältnisse fast unmenschliche Arbeit in Ziegeleien zu leisten. Hotels und Lodges
werden von Kindern bewirtschaftet. Die Mädchen müssen im Haushalt helfen
und auf die kleineren Geschwister aufpassen. Viele Kinder können nicht die Schule
besuchen. Der Besuch der Grundschule ist in Nepal kostenpflichtig und daher für arme Familien nicht bezahlbar. Ein Schlüsselerlebnis war für uns ein Busunglück, bei dem ein Mädchen sehr schwer verletzt wurde. Ihre Eltern konnten nicht für die Behandlung aufkommen. Eine Operation wäre mangels Krankenkasse und staatlicher Hilfe nicht möglich gewesen.

Nachdem wir auf einigen Familienfeiern Spenden für Nepal gesammelt hatten,
haben wir im Januar 2010 mit Freunden den gemeinnützigen und mildtätigen
Verein Direkthilfe Nepal e.V. gegründet. Mit den eingenommenen Spenden im
Gepäck reisten wir im März 2010 wieder nach Nepal, um unsere ersten Projekte zu
starten.

Wir besuchten das Pashupati Welfare Center, ein Altenheim in Kathmandu, in
dem ca. 230 mittellose, alte Menschen in einem Hindutempel wohnen. Sie erhalten
keine familiäre und hier nur unzureichend staatliche Unterstützung. In den letzten
drei Jahren konnten wir in mehreren Spendenaktionen  für ca. 1000 €
pro Jahr Grundnahrungsmittel wie Reis, Linsen, Gemüse und Obst an das
Heim liefern. Im Jahr 2013 haben wir zusätzlich warme Wollschals für alle Heimbewohner gespendet und im Oktober 2014 konnten wir ein einer großen Spendenaktion dicke Steppdecken für alle Heimbewohner im Wert von 2620 € an das Heim liefern.

Unser erstes Unfallopfer, das wir durch unseren Verein unterstützten, war ein alter Mann, der beim Mähen den Hang hinabstürzte und dabei mehrere Brüche erlitt.

Seit 2011unterstützen wir mittellose Kranke im Krankenhaus in Amppipal, das von dem deutschen Chirurgen Herrn Dr. Wolfhard Starke neun Jahre ehrenamtlich geleitet wurde. Wir konnten uns auf unseren Reisen im Januar 2011 und März 2012 von der hervorragenden Arbeit von Herrn Dr. Starke überzeugen.

Unser Schulprojekt haben wir im April 2011 auch in Amppipal gestartet, und zwar in der Janata English School (JES). Wir unterstützen dort mittlerweile 25 Kinder, davon 17 Mädchen, aus ärmsten Verhältnissen und finanzieren ihnen eine Schulausbildung. Unser Hauptziel  ist, Mädchen zu fördern, die besonders in den ehemals unteren Kasten am härtesten von den sozialen Benachteiligungen betroffen sind und keine Chance auf Bildung haben.

Der Schulleiter Herr Rewaz Rai ist sehr engagiert und an alternativen Lehrmethoden interessiert.  
In der Vorschule wird seit einigen Jahren nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik unterrichtet. Diese Veränderung geht auf die finanzielle Unterstützung und die Zusammenarbeit mit Direkthilfe Nepal e.V. zurück.

Weiterhin finanzieren wir vier Kindern im Montessori-Kindergarten der Leading Stars School Bouddhanat in Kathmandu den Kindergartenbesuch und später eine schulische Ausbildung.

 Alle Kinder, die wir unterstützen, könnten ohne unsere Hilfe nicht in die Schule gehen.

 

Ausblick

Die nachhaltige Unterstützung der Kinder in unseren Projekten in Form von Patenschaften ist unser Hauptanliegen und hat Priorität. Mit dem Unterrichtsangebot der JES werden die schlechten Bildungschancen auf dem Land verbessert. Deshalb unterstützen wir auch direkt die Schule, indem wir die Löhne der Lehrer aufbessern und einige Lohnzahlungen in voller Höhe übernehmen. Langfristiges Ziel ist, in allen Klassen nach der Montessori-Pädagogik zu unterrichten, um die bisher gängige autoritäre Unterrichtsform durch eine kinder- und entwicklungsfreundliche Pädagogik zu ersetzen. Wir überzeugen uns regelmäßig, mindestens einmal jährlich vor Ort, in der Schule und durch Elternbesuche, dass die Ideen umgesetzt werden und unsere Kinder die Schule regelmäßig besuchen. Wir sind sicher, dass wir mit der Janata English School in Amppipal die richtige Schule unterstützen.

Jedoch sind selbstverständlich auch in Zukunft regelmäßige Lebensmittelspenden an das Altenheim Pashupati Welfare Center und die finanzielle Hilfe mittelloser Kranker im Krankenhaus in Amppipal vorgesehen.